Goethes „Faust I“ haben wir im Unterricht als eine schwer zu lesende Pflichtlektüre aus dem 18. Jahrhundert kennengelernt. Als die Exkursion zur Aufführung ins Deutsche Nationaltheater Weimar (DNT) anstand, war die Vorfreude bei vielen von uns darum eher verhalten. Doch was wir dann auf der Bühne sahen, hat uns überrascht.

Am 13. März machten sich die Klassenstufen 11 bis 13, begleitet von Frau Dietzel, Frau Blümel, Frau Nascimento, Frau Hammer, Frau Liebau und Herrn Steinhauer, auf den Weg nach Weimar. Dass wir keine traditionelle Aufführung in historischen Samtgewändern sehen würden, wurde uns schnell klar. Die Inszenierung unter der Regie von Jan Neumann holte den Text in die heutige Zeit.

Besonders das Bühnenbild hat uns beeindruckt: Um die Ortswechsel der Handlung darzustellen, wurden die passenden Requisiten für die jeweiligen Orte mobil auf die drehbare Bühne gerollt. Auch die Beleuchtung war spannend eingesetzt: Allein durch Lichteffekte entstand etwa der Erdgeist – eine flammenartige Erscheinung, die Faust in der Nachtszene im Studierzimmer heraufbeschwört.

Von den Figuren war auch der Mephisto interessant umgesetzt. Er wurde von zwei Personen – einem Mann und einer Frau – als Doppelwesen verkörpert. Mal waren sie eine Einheit und trugen Partnerlook, mal traten sie getrennt voneinander auf. Bewundernswert war auch die Leistung des verjüngten Faust, der 3 Stunden lang unermüdlich, teils mit akrobatischen Einlagen, auf der Bühne in Bewegung war.

Im Vergleich zur Vorlage war das Stück stark verfremdet, an vielen Stellen provokant. Einiges erschien uns übertrieben, zum Beispiel die Musikauswahl in der Szene Auerbachs Keller. Überhaupt war Musik sehr präsent in dem Stück. Es gab einige Gesangseinlagen. Und der als Astronaut verkleidete Pianist war mit seinem Klavierspiel Teil der Inszenierung.

Insgesamt wurde das Stück sehr humorvoll und unterhaltsam ungesetzt. So gab es am Ende auch großen Applaus. Die Inszenierung hat uns bewiesen, dass Theater überraschen und begeistern kann!